1996 entdeckte Cecilia I. Illes, dass die Gesellschaftsstruktur der alten Kultur der Etrusker, Urvolk von Italien, sich in vielen wesentlichen Punkten von der Gesellschaftsform der Römer und Griechen unterschied.
Cecilia I. Illes machte sich auf die Suche nach dieser Gesellschaftskultur und stellte nach einigen Jahren aufgrund von Indizien aus archäologischen Funden die These auf, dass in der etruskischen Kultur mit hoher Wahrscheinlichkeit die Hierarchie ausgewechselt und durch die Wertschätzung ersetzt worden war.
Die Strukturen und die Abläufe der menschlichen Gesellschaft und des Zusammenlebens sind die gleichen, ob bei Etruskern oder Römern oder bei uns. Nur haben die Etrusker vermutlich eines begriffen: Hierarchie ist keine unabdingbare Voraussetzung dafür, dass die menschliche Gesellschaft funktionieren kann.
Vielmehr hatten sie wahrscheinlich verstanden, dass dem Menschen die Wertschätzung näher steht als die Hierarchie. Die Folge davon war, dass die etruskische Kultur in ihrer Hochblüte eine für ihre Zeit aussergewöhnliche Fortschrittlichkeit aufwies: Strassenbau, Stadtgründungen, wie Rom, Bodenheizungen, Kanalisationen und Entwässerungsanlagen.
Zu ihrem wichtigsten Mitdenker wurde ihr Neffe, Viktor Matthys, der die Fundamente der Wertschätzungsgesellschaft wie seine Hosentasche zu kennen scheint.