28. Mai 2009
Die etruskische Kultur war so einzigartig zu ihrer Zeit, dass die
Nachbarn, die Römer und Griechen, Mühe hatten, sie zu verstehen.
Wie es so oft geschieht wenn eine Kultur die andere nicht verstehen kann,
die Leute machen sich lustig büer sie oder greifen sie an. Und wie es
ebenfalls so oft geschieht, die Angriffe offenbaren üblicherweise die
eigenen Probleme. Die Nachbarn der Etrusker folgten diesem Muster, wie wir
es aus ihren Schriften ersehen können.
Die Römer konnten nicht verstehen, warum es den etruskischen Frauen
erlaubt war, am gleichen Tisch mit den Männern zu sitzen und mit ihnen zu
essen. In der römischen Kultur waren Frauen, die am gleichen Tisch mit
Männern sassen, Prostituierte. Für römische Ehefrauen, Töchter und
Freundinnen war es strikte verboten, am gleichen Tisch mit den Männern Platz
zu nehmen. Als die Römer sahen, wie die etruskischen Frauen genau dies taten,
schlossen sie daraus, dass alle etruskischen Frauen Prostituierte waren und
demzufolge die ganze etruskische Gesellschaft dekadent.
Die Griechen beobachteten eifersüchtig die enormen Handelsaktivitäten der
Etrusker, die sogar bis zum Afrikanischen Kontinent reichten. Sie
beschuldigten die etruskischen Schiffe, Piraten zu sein und eine Gefahr für
das ganze Mittelmeer. Tatsächlich aber waren einige Griechen selber Piraten,
die die Küsten von Italien, Griechenland und Zypern bedrängten.
Eine Wertschätzungsgesellschaft wie die etruskische Gesellschaft sieht
keinen Grund, andere anzugreifen oder das Eigentum anderer zu verletzen. Was
die Römer nicht verstanden war die Tatsache, dass eine Gesellschaft, die auf
Wertschätzung beruht, es nicht nötig hat, andere zu besiegen, sei es ein
Schiff oder eine ganze Nation. Diese Gesellschaft ist nur interessiert daran,
eine ausgeglichene Gesellschaft in Wohlstand und Harmonie zu erschaffen
indem Wertschätzung jedem einzelnen Bürger gegeben wird.
Wie die Geschichte zeigt hat eine Wertschätzungsgesellschaft keine Chance
zu überleben, solange sie von Kulturen umgeben ist, die auf der
Wertehierarchie beruht und deshalb expandieren und erobern muss, um
Wertschätzung wenigstens für einen Teil der Gesellschaft zu erhalten.
21. Mai 2009
Die Etrusker lebten in autonomen Stadtstaaten in ganz Italien, aber sie
waren gleichzeitig intensive miteinander verbunden. Dies ist eines der
Geheimnisse warum die Etrusker in Frieden leben konnten.
Ihr anderes Geheimnis für Frieden war ihre hoch entwickelte gerechte
Wirtschaft, die der ganzen Gemeinschaft und Gesellschaft diente und nicht
nur einzelnen Gruppen von Leuten.
Die etruskische Wirtschaft ist ein grossartiges Beispiel für
Gerechtigkeit und Leistungsfähigkeit. Sie erkannten, dass jeder Stadtstaat
seine eigenen Resourcen hatte wie zum Beispiel Gold oder Olivenöl. Durch den
wirkungsvollen Handel ihrer Güter untereinander konnten alle vom Wissen und
von den Produkten der jewils anderen profitieren.
Eine Wertschätzungsgesellschaft basiert auf der gleichen Wertschätzung
für alle Personen und alle Handlungen. Wenn ebenso allen Handelsgütern die
gleiche Wertschätzung entgegengebracht wird, entsteht eine gerechte
Wirtschaft.
Kein Rohstoff wird zurückgehalten, jedes Wissen wird gemeinsam genutzt
und alle Produkte werden gerecht gehandelt.
7. Mai 2009
Eines der Wunder der Etruskischen Kultur war ihre hoch entwickelte
Technologie, die mehrere Lebensbereiche umfasste.
Bei den benachbarten Völkern waren die Etrusker bekannt als vermögende
Leute, die eine unglaublich ausgeklügelte Technologie entwickelten. Sie
waren Pioniere in Gebieten wie Strassenbau, Bodenheizung und
Bewässerungssysteme.
Das Geheimnis der Etrusker war einfach.
Wenn wir ihr entwickeltes Bewässerungssystem betrachten, erhalten wir
einen guten Eindruck ihrer hoch
entwickelte Technologie. Durch ein ausgeklügeltes System von Gräben, Tunneln
und Aquaedukten schufen die Etrusker Äcker mit reicher Ernte. Über lange
Aquaedukte und Wasserzisternen sicherten sie den Bedarf an Wasser für die
Städte. Gleichzeitig bekämpften sie erfolgreich Malaria durch Eindämmung von
stehendem Wasser.
Wir können nicht über die Technologie sprechen ohne die
ausserordentlichen Fähigkeiten der Etrusker im Umgang mit Metallen zu
erwähnen. Mit Gold, Kupfer, Eisen, Zink und Bronze entwickelten sie eine
derart hochstehende Kunst des Gewinnens und Anfertigens wie es in der
damaligen Zeit nirgendwo gesehen werden konnte.
Diese wunderbare Gold Fibula is eines der besten Beispiele für die
hochstehende Goldkunst der Ertrusker. Die präzise Etruskische Technik der
Granulation war einzigartig und wurde erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt.
Eine Wertschätzungsgesellschaft kann schnell eine hoch entwickelte
Technologie verwirklichen nur durch das Austauschen von Wissen. Wenn
Entdeckungen, Know-How und Technologiewissen für jedermann offen sind kann
Technologie schnell und effektiv entwickelt werden. Zurückgehaltenes Wissen
aus selbstsüchtigen Gründen ist für die Gesellschaft verlorenes Wissen.
Eine Wertschätzungsgesellschaft erschafft eine hoch entwickelte
Zivilisation in Wohlstand und Sicherheit, nur weil Wertschätzung für
jedermann und für jede Arbeit gleichermassen gegeben wird.
23. April 2009
Die wichtigste politische Form der Etrusker waren Stadtstaaten, die lose
miteinander verbunden waren im sogenannten Zwölf-Städte-Bund.
Trotz diesem Bund war jede Stadtstaat unabhängig und autonom regiert. Die
Repräsentanten jedes Stadtstaates trafen sich einmal pro Jahr um
wirtschaftliche und organisatorische Fragen zu besprechen und Wissen
auszutauschen.
Leider wissen wir nur sehr wenig über die Etruskische politische
Organisation. Neuere archäologische Forschungen führen zur Folgerung, dass
die Stadtstaaten nicht von Politikern regiert waren wie wir es kennen
sondern von einer Gruppe von Experten für Wirtschaft, Religion, Wissenschaft
und Lebensstil.
In einer Wertschätzungsgesellschaft werden Menschen in die Regierung
gewählt wegen ihren Führungsqualitäten und professionellem Wissen und nicht
wegen einer Parteizughörigkeit.
Ein Beruf wird ausgeübt wegen des Talentes und nicht wegen einer
Parteizugehörigkeit. Jeder Beruf dient der Gesellschaft und erhält gleich
hohe Wertschätzung.
4. April 2009
Die Etruskische Kunst ist aussergewöhnlich und gleichzeitig einzigartig.
Ein bedeutender Unterschied hebt die Etruskische Kunst ab von der Kunst der
sie umgebenden Kulturen jener Zeit. Römische und Griechische Kultur drückten
Idealisierung und Gösse aus indem sie Marmor benutzen um dieses Ziel zu
erreichen.
Die Etrusker hingegen improvisierten und erfassten den persönlichen,
echten Moment indem sie Holz, Stein oder sogar Wände benutzten.
Wenn wir Etruskische Kunst anschauen sehen wir Gesichter aus dem
richtigen Leben. Die gezeigten Gesichter zeigen menschliche Grimassen oder
breites Grinsen. Die Etrusker hatten auch keine Probleme damit, den
menschlichen Körper so darzustellen wie er war, mit dicken Bäuchen oder
runzligen Gesichtern.
Keine Kultur portraitierte sich selber so ungeschminkt. Mit einer Fülle
von verschiedenen Gesichtern und Typen, fein oder vulgär, stark oder schwach,
klug oder dumm - die Etrusker hatten keine Angst Kunst lebensecht zu
erschaffen.
In der Wertschätzungsgesellschaft müssen die Künstler eine idealistische
Form oder übernatürliche Schönheit aufrechterhalten. Künstler erhalten die
gleiche Wertschätzung wie alle anderen und können deshalb ihre Kunst frei
ausüben.
Wenn Kunst nicht aus bewertenden Gründen beurteilt wird und nicht
gebraucht wird, um Aufmerksamkeit zu erhalten, kann sie das Leben auf eine
sehr ehrliche Weise darstellen.
21. März 2009
Das letzte Mal haben wir ein Etruskisches Fresco beschrieben das ein
Festmahl darstellt. Wir haben betont, dass sowohl Männer als auch Frauen am
festlich gedeckten Tisch sitzen.
Griechische und Lateinische Schriften stellen dieses Verhalten als
negatives Bild der Ertrusker dar. Gemäss diesen alten Schriften war die
Etruskische Kultur dekadent und verdorben. Warum? Weil alle Etruskischen
Frauen offensichtlich Prostituierte waren – sie sitzen am selben Tisch
zusammen mit Männern.
Sowohl in der griechischen als auch römischen Kultur war es nur
Prostituierten erlaubt, mit Männern zusammen am selben Tisch zu sitzen.
Frauen, die auf ihren Ruf achteten, war es nicht erlaubt zusammen mit ihren
Ehemänner, Brüdern oder Vätern am gleichen Tisch zu sitzen.
Die Etrusker kannten diese gesellschaftliche Regel für Geschlechter
nicht. In der Etruskischen Kultur erhielten Frauen die gleiche Wertschätzung
wie die Männer. Für Etruskische Frauen war es normal, mit Männern am selben
Tisch zu sitzen und zu essen.
Es gibt neben dem Fresco andere archäologische Funde, die diese Kultur
der Geschlechter-Gleichstellung demonstrieren. Eines davon als Beweis für
das wertschätzende Zusammenleben von Frauen und Männern ist die weit herum
bekannte Skulptur eines Etruskischen Paares.
Dieser Terracotta Sarkophag zeigt offensichtlich einen Mann und seine
Ehefrau zurücklehnend auf einer Couch entweder beim Essen oder bei einem
ruhigen Moment nach dem Essen. Beide Figuren sind auf ihre Ellbogen
aufgestützt, der Mann nah hinter der Frau. Beide Gesichter zeigen ein
geheimnisvolles zärtliches Lächeln. Ein solcher kunstvoller Ausdruck von
emotionaler Nähe und Zärtlichkeit zwischen Mann und Frau war für die
griechische und römische Kultur unmöglich.
Gemäss der Idee der Wertschätzungsgesellschaft können wir festhalten,
dass die Etruskische Kultur offensichtlich einen für die damalige Zeit
einzigartigen gesellschaftlichen Umgang zwischen Mann und Frau aufwies. Die
Etrusker behandelten sich gleich – unabhängig von ihrem Geschlecht. Jeder,
ob Frau oder Mann, erhielt die gleiche Wertschätzung.
9. Februar 2009
Es gibt nicht viele Funde der Etruskischen Kultur. Die meisten Fundstücke
wurden in Grabmälern gefunden. Und es war auch in einem der Grabmäler, in
dem wir eines der aussagekräftigsten Indizien gefunden haben, die uns zur
Idee der Wertschätzung geführt hat.
Archäologen entdeckten ein Fresco in einem der Grabmäler das eine
ausführliche Darstellung eines Festessen zeigt.
Auf der rechten Seite des Frescos sehen wir eine festlich geschmückte
Tafel. Etruskische Männer und Frauen sitzen an diesem Tisch, trinken aus
reich verzierten Bechern und essen ein festliches Menü. Hinter dem Tisch
steht ein flötenspielender Musiker. Auf der anderen Seite nähern sich zwei
Leute dem Tisch, offenbar Kellner, denn sie bringen Speisen auf reich
verzierten Tellern.
Auf der linken Seite des Frescos sehen wir eine Küchenszene mit Leuten,
die in grossen Töpfen Speisen vorbereiten. Ein anderer Kellner trägt weitere
Speisen von der Küche zur festlichen Tafel.
Wir beschreiben dieses Fresco so detailliert weil es wichtig ist, einen
Gesamteindruck des Bildes zu erhalten. Die traditionelle archäologische
Erklärung lautet: das Fresco zeigt einen reichen Hausherrn beim Essen mit
seiner Familie. Seine Sklaven kochen, servieren und unterhalten die reiche
Familie mit Musik.
Aber wenn wir genauer hinschauen können wir ein anderes Bild erkennen.
Alle dargestellten Figuren, seien es die Dienenden oder die Bedienten,
tragen wertvolle Kleidung, die auf Wohlstand und guten Geschmack hindeuten.
Jeder einzelne, die Familie, die Kellner, der Musiker and die Köche, alle
tragen kostbar verzierte reiche Kleidung.
Ein anderes auffälliges Detail ist die Tatsache, dass mit den Männern
auch Frauen am Tisch sitzen – ein für damalige Zeiten aussergewöhnliche
Situation.
Die neue Interpretation gemäss der Wertschätzungsgesellschaft lautet:
Die kostbaren Gewänder deuten darauf hin, dass die Etrusker keinen
Standesunterschied kannten. Anscheinend erhielten alle Personen, die
Kellner, die Köche und der Musiker die gleiche Wertschätzung wie die
Familie.
In der Wertschätzungsgesellschaft gibt es keine Hierarchie der Werte die
abhängig ist vom Besitz von Geld oder Macht. Jeder einzelne erhält die
gleiche Wertschätzung für seinen Beruf – sei es der Beruf des Kellners, des
Koches oder des Musikers.
Mehr Informationen über die Anerkennung der Berufe in der
Wertschätzungsgesellschaft sind in den vorhergehenden Blogs zu finden.
27. Januar 2009
Die
Idee von der Wertschätzungsgesellschaft ist nicht von uns erfunden. Wir
haben das Bild dieser Gesellschaftsform erhalten in unseren Studien über
alte Kulturen. Höchstwahrscheinlich lebten einige alte Kulturen, wie die
Sumerer und Etrusker, eine Gesellschaftsform, die auf Wertschätzung basierte
und nicht auf der Hierarchie der Werte.
Bevor
wir mit unserer fünfteiligen Serie über die Etruskische Kultur und
Gesellschaft beginnen, geben wir einige allgemeine Informationen über die
Etrusker.
Die
Etruskische Kultur erschien plötzlich um 1'000 v.Chr. in Italien. Forscher
beschreiben dieses Erscheinen als „wie aus dem Nichts“. Niemand weiss woher
die Etrusker kamen und warum ihre Kultur sehr viel entwickelter war als die
Kultur der anderen Völker im Italien jener Zeit.
Fast
sofort nach ihrem Erscheinen zeigten die Etrusker eine hoch entwickelte
Zivilisation und Kultur.
Zu
ihren aussergewöhnlichen Errungenschaften gehörten Strassenbau, Bodenheizung,
Goldhandwerk, Bewässerungswissen und Handelsfertigkeiten.
Mit
dem nächsten Text zeigen wir einige Indizien, die uns zu einigen
Schlussfolgerungen über die Etruskische Kultur führten.
4. Dezember 2008
Allein das Wort Karriere lässt Herzen höher schlagen.
Warum? Karriere machen ist das ultimative Ziel eines jeden Menschen in
unserer Gesellschaft.
Kurz gesagt, Karriere machen bedeutet, dass wir
erfolgreich sind und Wertschätzung erhalten. In unserer Gesellschaft
verbinden wir Wertschätzung mit Geld und Prestige.
Wir verbinden Karriere auch mit etwas anderem in
unserer Gesellschaft: mit Angst. Angst, das erreichte Ziel zu verlieren und
damit Wertschätzung in Form von Geld und Prestige zu verlieren.
In unserer Gesellschaft können einige Menschen Karriere
machen, ohne eine echte Leistung zu erbringen. Es gibt viele Wege, die
Karriereleiter hinaufzusteigen. Das eigene Talent erfolgreich einzubringen
ist nur eine davon.
Die Wertschätzungsgesellschaft geht mit Karriere anders
um. Wie wir im vorangegangenen Text geschrieben haben wird jedem Menschen
Wertschätzung gegeben für das ihm eigene Talent. Menschen in der
Wertschätzungsgesellschaft gehen deshalb in ihrer Tätigkeit auf. Sie üben
das aus, was sie am liebsten und am besten tun.
Karriere machen in der Wertschätzungsgesellschaft
heisst: jeder ist am richtigen Ort für seine Fähigkeiten. Wenn jeder Beruf
von denjenigen Menschen ausgeübt wird, die mit ihren Begabungen exakt dem
Beruf entsprechen, dann kann die Arbeit nur erfolgreich sein. Genau das ist
Karriere in der Wertschätzungsgesellschaft.
Alle Menschen in der Wertschätzungsgesellschaft
erhalten Wertschätzung in jedem Fall, immer und uneingeschränkt die gleiche
Wertschätzung wie jeder andere. Sie müssen nicht Karriere machen, um
Wertschätzung zu erhalten.
Karriere machen in der Wertschätzungsgesellschaft
heisst arbeiten, was man am liebsten macht, mit viel innerer Motivation zu
stetiger Verbesserung. Karriere ist einfach ein anderes Wort für Arbeit in
der Wertschätzungsgesellschaft.
26. November 2008
Wir könnten glauben,
Leute die den gleichen Beruf ausüben, hätten die gleichen Talente. Aber
jeder Mensch hat seine eigenen Talente. Das herauszufinden ist ziemlich
einfach. Rede mit jemandem, der den gleichen Beruf hat wie du, sei es
Gärtner, Informatiker, Innendekorateur, Komponist, Jurist oder welchen Beruf
auch immer du haben magst.
An einem Berufstreffen sehen wir das ganz ausgeprägt.
Alle üben den gleichen Beruf aus, aber niemand ist wie der andere. Warum ist
das so? Sollte nicht ein Jurist, ein Arzt oder ein Dekorateur sein wie jeder
andere Jurist, Arzt oder Dekorateur?
We kennen die Antwort bereits: weil wir alle
verschieden sind.
Unser Lebenserfahrungen sind verschieden. Unsere
Gedanken, Motive, Schwächen und Stärken. Niemand auf der Welt hat exakt die
gleiche Persönlichkeit wie wir.
Die Vielfalt an Talenten ist so immens wie die
Menschheit selbst. Jeder einzelne ist einzigartig – als private und
berufliche Persönlichkeit.
Die Wertschätzungsgesellschaft fördert diese Vielfalt.
Sie wertschätzt grundsätzlich jedes Talent in welche Richtung sie auch immer
entwickelt sein mag. Jedes Talent ist wichtig. Hier haben wir die andere
Wirkungn von Wertschätzung in der Wertschätzungsgesellschaft: alle Talente
erhalten die gleiche Wertschätzung.
In der Wertschätzungsgesellschaft gibt es keine
Rivalität, keinen Wettkampf und keine Konkurrenz. Alle Menschen entfalten
ihre Talente frei und unterstützt durch die erhaltene Wertschätzung. Jedem
Menschen steht es frei, sich in seinem Talent zu entwickeln. Deshalb können
wir sicher sein, jeder ist interessiert an seiner persönlichen
Weiterentwicklung.
Talente in der Wertschätzungsgesellschaft sind
verschieden und gleich – sie sind verschieden in ihren Ausprägungen und
gleich im Ausmass der erhaltenen Wertschätzung.
8. Oktober 2008
In unserer Gesellschaft gibt es Menschen, die aus
körperlichen oder psychischen Gründen nicht arbeiten können. Andere dürfen
nicht arbeiten, weil sie zu alt sind. Viele Länder kennen das Rentenalter,
das vorschreibt, wann die Leute in Rente gehen müssen. Einigen kommt diese
Regelung sicher entgegen. Sie freuen sich auf die arbeitsfreie Rentenzeit.
Oft sind es Menschen, die ihren Beruf nicht lieben, weil sie nicht wirklich
tun, was sie am liebsten arbeiten würden. In ihrer Rentenzeit geniessen sie
ihre Hobbies und können tun, was sie am liebsten machen.
Andere würden lieber länger arbeiten. Für sie macht es
überhaupt keinen Sinn, nur aus Altersgründen mit der Arbeit aufzuhören.
Höchstwahrscheinlich üben sie einen Beruf aus, den sie wirklich lieben. Ihr
Beruf ist ihre Berufung. Sie sehen überhaupt keinen Grund, mit der Arbeit
aufzuhören solange sie gesund und glücklich sind.
Die Wertschätzungsgesellschaft erlaubt es allen
Menschen, solange zu arbeiten wie sie wollen. Es gibt immer Menschen, die
früher in ihrem Leben mit der Arbeit aufhören wollen. In der
Wertschätzungsgesellschaft können sie das ohne weiteres tun. Der Hauptgrund
dafür bis ins hohe Alter zu arbeiten liegt darin, dass die Menschen in der
Wertschätzungsgesellschaft ihren Beruf gemäss ihren Talenten und Vorlieben
wählen können. Jeder und jede arbeitet in jenem Beruf, für den sie sich
wirklich interessieren, worin sie am besten Leistung erbringen können und am
meisten Befriedigung erfahren.
Wie wir im letzten Beitrag geschrieben haben erhalten
alle Menschen in der Wertschätzungsgesellschaft Wertschätzung ganz egal
welchen Beruf sie ausüben. Kein Beruf erhält weniger Wertschätzung als
andere. Das bedeutet, dass die Menschen in der Wertschätzungsgesellschaft
keine Leistung erbringen müssen, um Wertschätzung zu erhalten.
In unserer Gesellschaft hingegen ist die Wertschätzung
an Leistung gebunden. Wer keine Leistung erbringen kann aus Gesundheits-
oder Altersgründen erhält keine Wertschätzung. Leistung und Wertschätzung
sind untrennbar miteinander verbunden. Keine Leistung heisst keine
Wertschätzung, keine Aufmerksamkeit und keine Anerkennung.
Das ist der Grund weshalb sich in unserer Gesellschaft
Rentner oft an den Rand der Gesellschaft gedrängt fühlen. Altenheime sind
nichts als ein äusseres Zeichen für fehlende gesellschaftliche Wertschätzung.
Stellen wir uns vor, welch ein Schatz an Lebens- und Arbeitserfahrung der
Gesellschaft verloren geht, weil alte Menschen in einem bestimmten Alter mit
der Arbeit aufhören müssen.
In der Wertschätzungsgesellschaft ist die Entscheidung,
wie lange jemand arbeiten will, eine persönliche Entscheidung. Die Menschen,
die glücklich sind in ihrem Beruf, arbeiten so lange sie wollen. In jedem
Fall erhalten alle Menschen die gleiche Wertschätzung dafür dass sie da sind
und für ihren Arbeitseinsatz.
Die Wertschätzung ist nicht an die Leistung gebunden.
Das ist der Grund warum die Leute die Frage *Wertschätzung nur gegen
Leistung?“ mit einem klaren Nein beantworten.
25. September 2008
Es gibt Berufe und es gibt Berufungen. Einige Menschen in unserer
Gesellschaft haben das Glück, dass ihr Beruf gleichzeitig ihre Berufung ist.
Diese Menschen sind glücklich in ihrer Arbeit und freuen sich auf jeden
neuen Arbeitstag. Oft ist die Arbeitszeit sogar nicht genug, so sehr sind
diese Menschen von ihrer Tätigkeit erfüllt.
Für die Mehrheit der Arbeitenden in unserer Gesellschaft ist der Beruf
Mühsal. Sie freuen sich nicht auf ihre Arbeit und können es kaum erwarten,
am Abend die Arbeit zu verlassen. Sie finden ihr Glück nicht in der Arbeit,
sondern in der Freizeit, in ihren Hobbies.
Warum gibt es soviele Menschen, die unglücklich sind mit ihrem Job? Der
Grund liegt im System der Wirtschaft und im System der Werte-Hierarchie
unserer Gesellschaft. Die meisten Menschen suchen sich ihre Arbeit nicht
nach ihren Fähigkeiten aus, sondern nach der Höhe des Lohnes. Die Arbeit ist
lediglich Mittel zum Zweck. Arbeiten heisst Geld verdienen.
In der Wertschätzungsgesellschaft funktioniert die Wirtschaft anders. Die
Wahl des Berufs erfolgt nach den eigenen Talenten. Da in der
Wertschätzungsgesellschaft jedes Talent gleich wertgeschätzt wird, erfolgt
die Berufswahl frei von äusserlichen Anreizen wie Geld. Jeder Beruf ist
gleich wertvoll. Arbeiten heisst hier Sich-Selbst-Verwirklichen.
In der Wertschätzungsgesellschaft arbeiten die Menschen in ihrem
Traumberuf. Sie benötigen keine Vergleiche mit anderen. Sie wissen selbst
wie gut sie sind. Und sie wollen immer besser werden, in dem was sie tun.
Sie erhalten Wertschätzung für ihre Tätigkeit, weil jeder Beruf wichtig ist
für die Gesellschaft. Jede arbeitende Person ist wichtig und wertvoll.
Was ist mit den sogenannt arbeitsfaulen Menschen, die auf Kosten der
anderen wenig arbeiten? Was ist mit den Menschen, die aus psychischen und
physischen Gründen nicht arbeiten können?
Die Wertschätzungsgesellschaft hat Platz und Wertschätzung für alle
Menschen. Arbeitsfaule Menschen gibt es nicht. Arbeitsfaul sind Menschen
dann, wenn sie in einem für sie falschen Beruf arbeiten. Es sind
unglückliche Menschen am falschen Arbeitsplatz, dem sie bei jeder möglichen
Gelegenheit entfliehen. In der Wertschätzungsgesellschaft sind alle Menschen
am richtigen Arbeitsplatz und üben die für sie best geeignete Arbeit aus.
Menschen, die nicht arbeiten können, werden wertgeschätzt wie alle
anderen. Die Wertschätzungsgesellschaft gibt Wertschätzung, die losgelöst
ist vom Zwang etwas dafür zu leisten. Menschen, die keine Arbeitsleistung
erbringen können, werden geachtet und wertgeschätzt wie alle anderen.
Jede Person ist wichtig und wertvoll.
1. August 2008
Man lernt nie aus. Das ist eine Weisheit des Lebens, die jeder erwachsene Mensch aus eigener Erfahrung kennt. Was wir in unserer Gesellschaft weniger kennen, ist die Freiheit jederzeit, in jedem Alter und ohne negative Konsequenzen einen neuen Beruf zu erlernen. Ebenso wenig Erfahrung haben wir darin, unser Lernen auf uns selber abzustimmen.
In unserer Gesellschaft passt sich unser Lernen dem Lernplan an, den
Kurszeiten und den vorgegebenen Orten. Wir haben selten die Freiheit, unser
Lernen in gewissen Zeiten zu intensivieren und zu anderen Zeiten sogar zu
unterbrechen.
In der Wertschätzungsgesellschaft wird Bildung wertschätzend vermittelt. Im
Grunde heisst das, jeder Mensch macht sich seine Bildung selber. Jugendliche
sind oft in einer Lebensphase, in der sie Zeit für sich selber benötigen.
Für einige Jugendliche mag das heissen, dass sie einen Lernstop machen. Da
wir Menschen den Willen in uns haben, das Beste aus uns zu machen, bleibt
ein Lernstop nie ein Leben lang bestehen. Wir wollen uns weiter entwickeln.
Wertschätzende Bildung erlaubt Unterbrechungen im Lernen aber auch Umlernen
auf neue Gebiete.
Erwachsene erleben hin und wieder, dass sich ihre Interessen ändern. Zeiten
kommen, in denen sie neues lernen wollen. Wertschätzende Bildung erlaubt
jederzeit, den Beruf zu wechseln, erlaubt jederzeit neues zu lernen.
Die Wertschätzungsgesellschaft ist für den Menschen da, für jeden einzelnen.
Dadurch kann sie funktionieren. Jeder einzelne Mensch bringt seine Talente
und seine eigene Bildung mit. Damit ermöglicht jeder einzelne Mensch das
Funktionieren der Gesellschaft.
Im nächsten Beitrag reden wir über unsere Arbeitseinstellung und warum es in
unserer Gesellschaft arbeitsmüde Menschen gibt.
15. Juli 2008
Das Fundament unseres Schulsystems ist das System selbst. Die Schule ist eine Institution. Institutionen bieten Sicherheit und Qualität - das sind die Vorteile. Institutionen sind schwerfällig und nur mühevoll zu modernisieren - das sind die Nachteile. Schule als Institution will Bildung für alle garantieren. Aber Schule als Institution bewirkt eine Nivellierung des Wissens und der Schüler.
Wenn wir die Welt aus dem Blickwinkel der Wertschätzungsgesellschaft betrachten, sind Institutionen als Garant für Sicherheit und Qualität nicht mehr nötig. Wichtig für die Bildung ist die Wertschätzung. Was bedeutet das?
Jedes Kind ist ein Individuum. Jedes Kind hat seinen eigenen Charakter, seine Stärken und Schwächen und seine Talente.
In unserer Gesellschaft werden etwa zwanzig Kinder desselben Alters in einer Klasse zusammen gefasst. Ein Kind hat überhaupt keine Mühe, Mathematik zu lernen. Ein anderes Kind ist ein guter Sportler. Das nächste Kind spielt lieber als zu lernen. Wie wollen wir alle diese Kinder zusammenfassen?
Die Wertschätzungsgesellschaft fasst die Kinder nicht zusammen. Jedes Kind kann seinen eigenen Lern-Rhythmus ausleben. Ein Kind beginnt mit zwei Jahren zu lesen und zu rechnen. Das andere Kind kann mit zwei Jahren am Computer eine PowerPoint-Präsentation machen. Und das nächste Kind bewegt sich am liebsten draussen. Das erste Kind macht einen Lernstop mit acht Jahren und interessiert sich jetzt für Spiele und Sport. Das zweite Kind könnte mit zehn Jahren schon an die Universität gehen, es lernt leicht und sehr gerne. Das dritte Kind findet heraus, dass es ein grosses Talent für Holzarbeiten hat und verbringt seine meiste Zeit damit.
Wertschätzende Bildung zusammengefasst: das einzelne Kind wird als Individuum ernst genommen und als Persönlichkeit wertgeschätzt. Was geschieht mit diesen Kindern? Sie bauen ihre Selbstwertschätzung auf und sie sind frei, ihre Talente zu entdecken und früh zu entwickeln.
Das nächste Thema wird sein: Wertschätzende Bildung für Jugendliche und Erwachsene.
14.
Juni 2008
Werte-Hierarchie ist die Grundlage unserer Gesellschaft. Sie funktioniert
nur weil zwei wichtige Punkte im täglichen Leben erfüllt werden: Vergleich
und Wettbewerb.
Heute rede ich über den Wettbewerb. In unserer Gesellschaft mit
Werte-Hierarchie bewirkt Wettbewerb Überleben oder Sterben. Klingt
dramatisch, aber aufs Leben bezogen kann der Verlust einer Arbeitsstelle
tatsächlich tragische Wirkungen haben.
Viele von uns denken, dass Höchstleistungen nur erbracht werden können,
wenn wir vom Wettbewerb getrieben werden. In der Werte-Hierarchie stimmt
das. Das treibende Gefühl hinter diesem Wettbewerb ist Angst vor
Prestigeverlust, vor Anerkennungsverlust, vor Wertschätzungsverlust. Wer in
diesem Wettbewerb verliert, wird als weniger wertvoll behandelt, weniger
beachtet und wertgeschätzt. Leistungen unter Wettbewerbsdruck führen zu
kurzfristigen Erfolgen und langfristigen menschlichen Ausfällen infolge
Frustration, Stress und Angst.
Die Wertschätzungsgesellschaft kennt keinen Wettbewerb in diesem Sinne.
Da jeder Mensch die gleiche Wertschätzung erhält für das was er tut, sind
die Menschen in der Wertschätzungsgesellschaft frei von Angstgefühlen. Sie
tun das, was sie am liebsten tun und was sie am besten können. Wenn es eine
Art Wettbewerb gibt in der Wertschätzungsgesellschaft, dann ist es ein
interner Antrieb. Sobald unser Beruf Berufung ist, treiben wir uns selbst zu
Höchstleistungen an, weil wir Spass an der Arbeit haben und weil wir uns von
Natur aus immer weiter entwickeln wollen.
Die Wertschätzungsgesellschaft antwortet auf die Werte-Hierarchie mit
Wertschätzung. Wenn wir in einer Wertschätzungsgesellschaft leben, müssen
wir uns nicht mit Wettbewerbsstress herumschlagen. Wir können uns frei auf
uns und unsere Fähigkeiten konzentrieren. Das allein bringt uns höhere
Leistungen, die ebenso langfristig sind wie unsere Gesundheit und unsere
Zufriedenheit.
Zu guter Letzt noch ein Hinweis: zufriedene Bürger, die Höchstleistungen
mit Freude, Motivation und voller Kraft erbringen, sind das beste Fundament
für eine wachsende, gesunde und gerechte Gesellschaft. Darüber werde ich in
meinen nächsten Beiträgen schreiben.
28.
Mai 2008
Wir leben in einer Welt der Werte-Hierarchie. Werte-Hierarchie bedeutet
nichts anderes als Werte-Abstufungen. Etwas ist mehr wert als etwas anderes.
Jemand ist weniger wert als der andere. Wir alle kennen dieses System seit
unserer Kindheit, spätestens seit unserer Schulzeit.
Die Werte-Hierarchie beruht auf zwei wichtigen Punkten: Vergleich und
Wettbewerb. Heute rede ich über das Vergleichen. Menschen miteinander
vergleichen ist die Basis für die Werte-Hierarchie. Ich muss wohl nicht
speziell ausführen, welchen Eindruck das ewige Vergleichen auf uns macht.
Wir verinnerlichen es so sehr, dass wir keinen Schritt in unserem Leben tun
ohne zu vergleichen. Wir vergleichen uns dauernd mit den anderen und wir
werden ohne Unterlass verglichen.
Wer erkennt unsere Gesellschaft in diesem Bild? Wer erkennt sich selbst
in diesem Bild?
Die Wertschätzungsgesellschaft kennt keine Werte-Hierarchie, sie kennt
Wertschätzung. Es gibt kein Vergleichen unter den Menschen. Auf welcher
Basis wollen wir uns vergleichen? Jeder und jede von uns ist einzigartig,
unvergleichlich im wahrsten Sinne des Wortes. Vergleichen auf einer
ungleichen Ebene bringt Ungerechtigkeit hervor, die wir ohne Unterlass
auszugleichen versuchen.
Vergleichen wir Äpfel mit Birnen: dieser Apfel ist runder als jene Birne.
Ein „Apfel“ mit hoher Selbst-Wertschätzung zuckt mit der Schulter, denn
dieser Vergleich macht keinen Sinn. Oder: Dieser Schüler ist fauler als der
andere. Ein Schüler mit geringer Selbst-Wertschätzung fühlt, dass etwas
nicht stimmt, aber er kann es nicht benennen. In der
Wertschätzungsgesellschaft könnte er sagen: ich bin nicht faul, ich bin
langsam im Denken, dafür gründlich. Oder er könnte sagen: ich bin nicht faul,
ich bin ein Träumer und Künstler und kein Mathematiker.
Die Wertschätzungsgesellschaft antwortet mit Wertschätzung auf die
Werte-Hierarchie, mit der gleich hohen Wertschätzung für alle. Niemand wird
verglichen, nur um eine Werte-Abstufung herzustellen. Jeder und jede erhält
die gleich hohe Wertschätzung, denn jeder und jede ist gleich wertvoll.
Das ist der Punkt, an dem sich die beiden Gesellschaftsformen nicht
treffen: In unserer
Werte-Hierarchie sind wir alle gleich was unsere Leistungen angeht, weil wir
darin vergleichbar sind. In der Wertschätzungsgesellschaft sind wir alle
gleich was die Wertschätzung betrifft und alle ungleich was unsere
Leistungen betrifft. Bezüglich Leistungen und Persönlichkeit sind wir alle
unvergleichlich.
Das ist eine der Antworten der Wertschätzungsgesellschaft auf die
Werte-Hierarchie.
6.
Mai 2008
Deine Finger können sie nicht berühren. Deine Augen können sie nicht
sehen. Deine Nase kann sie nicht riechen. Und deine Zunge kann sie nicht
schmecken.
Und doch ist sie da: die Selbstwertschätzung. Jedes Mal wenn du über dich
selbst redest, redest du über deine Selbstwertschätzung. Sie mag klein sein,
wie leider bei so vielen von uns. Sie mag gross sein, das ist bewundernswert
in unserer Gesellschaft. Wir existieren nicht ohne Selbstwertschätzung!
Ich möchte wünschen: hoffentlich ist die Selbstwertschätzung für dich
nicht mysteriös, sondern real!

16.
April 2008
Es heisst oft: Firmen können ihre Produktivität steigern, wenn sie ihren
Angestellten Wertschätzung entgegenbringen.
Dieser Gedanke ist im Grunde ein guter Ansatz. Die Angestellten würden
sich auch echt darüber freuen. Aber: wie fühlst du dich, wenn die
Wertschätzung, die du erhältst, an Erwartungen gebunden ist?
Wertschätzung ist nur echte Wertschätzung, wenn sie von Herzen kommt,
keine Gegenleistung erwartet und Echtheit ausstrahlt. Es ist ganz einfach:
wir können Wertschätzung nicht als Mittel zum Zweck einsetzen!
2.
April 2008
Nach neuestem Fund in Spanien haben wir den neu ältesten Menschen, den
Homo antecessor. Wir kennen den Homo sapiens, der sich aus Homo antecessor
entwickelt hat.
Das Ende dieser Kette ist der Homo honoris, der Wertschätzungsmensch!
Homo honoris ist wertschätzend durch seine ganze Existenz. Mit dieser
existentiellen Grundeinstellung zur Wertschätzung ist der Homo honoris
fährig, sein Lebensumfeld entsprechend zu ändern.
Wertschätzend zu leben bedeutet: ganzheitlich erfülltes Individualleben,
rundum erfolgreiches Sozialleben sowie Respekt und Wertschätzung gegenüber
allen Menschen und der ganzen Natur. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann
der Homo honoris sich definitiv aus Homo sapiens entwickelt.

22.
März 2008
Schön. Darf ich fragen, wofür wir Wertschätzung erhalten?
Wenn wir tun, was ein anderer Mensch von uns will. Oder wenn wir reich
sind. Oder wenn wir einen wichtigen Beruf haben. Oder wenn wir intelligent
sind. Oder ... Die Aufzählung ist endlos. Jeder von uns kann etwas aus
seinem Leben aufzählen.
In Sikantis lautet der Satz: Hurra!
Ich erhalte Wertschätzung. Nicht nur eine. Nicht nur für eine Tat. Und
nicht nur hin und wieder. Die Leute in Sikantis erhalten immer Wertschätzung
für sie als Person und für ihre Talente, was auch immer diese sind.
Ja, in Sikantis können die Leute dauernd jubeln.
10.
März 2008
Stellt Euch vor, ab 2009 ist alles gratis wie in der
Wertschätzungsgesellschaft Sikantis!
Was wird geschehen? Die meisten Menschen erleben einen regelrechten
Sammelrausch. Es wird gehamstert, was das Zeug hält. Keine Frage! Aber
danach? Die Leute überquellen mit überflüssigen Dingen. Überflüssig sind
alle jene Dinge, die wir nur zu einem Zweck haben: um mit deren
Besitz Wertschätzung zu erhalten.
In der Wertschätzungsgesellschaft erhalten wir Wertschätzung, ohne dafür
etwas besitzen zu müssen.
Für Wertschätzung hamstern? Nicht in Sikantis!
18. Februar 2008
Damit wir leben können, atmen wir. Das ist für unseren Körper wichtig.
Damit wir leben können, geben wir Wertschätzung. Das ist für unsere Seele
wichtig.
Menschsein braucht atmende Wertschätzung. Die Wertschätzung atmet ein:
wir geben uns selbst Wertschätzung. Die Wertschätzung atmet aus: wir geben
unseren Mitmenschen Wertschätzung.
Atmende Wertschätzung? Ja, eine geniale Meditationsidee! Versucht’s!
13. Februar 2008
Was
genau soll an der Wertschätzungsgesellschaft utopisch sein? Ist es die
Wertschätzung?
Nein.
Utopisch ist etwas, das nicht existiert. Wertschätzung hingegen existiert.
Wir alle erhalten Wertschätzung – vielleicht sogar jeden Tag!
Sie ist
allerdings nicht frei erhältlich, die Wertschätzung. Wir müssen etwas dafür
tun. Was tust du, damit du
Wertschätzung erhältst?
8. Februar 2008
Haben Sie vor dem Müllmann, der jede Woche tonnenweise Ihren Abfall
abholt und entsorgt die gleiche Wertschätzung wie vor dem Direktor Ihrer
Bank? (zitiert von:
www.norbert-glaab.de/wertschaetzung.html)
Ein wertgeschätzter Müllmann ist sicher ebenso glücklich wie ein
wertgeschätzter Bankdirektor. Wertschätzung macht Menschen glücklich! Super!
Ich frage mich jetzt, auf welche Weise kann ich Wertschätzung zeigen?
Wer weiss eine Antwort?
1. Februar 2008
Im
Wort WERTSCHÄTZUNG finden wir Bezeichnungen wie
Anerkennung
Würdigung
Welche dieser Bezeichnungen gehen mit den meisten Hintergrund-Gefühlen
einher? Um das herauszufinden, lade ich alle ein, jeweils das Wort „Gesellschaft“
anzufügen. Wie hört sich das an zum Beispiel: Liebesgesellschaft?
Verehrungsgesellschaft? Welche Gefühle kommen da auf?
Wertschätzungsgesellschaft enthält alle Bezeichnungen, ist verständlich und
nicht mit negativen Gefühlen gefüllt. Stimmt’s?
25. Januar 2008
Soeben habe ich meinen ersten Roman für Kinder und Jugendliche „Richie und das Geheimnis der Ameisen“ grundlegend überarbeitet.
Der
Roman handelt von einem 10-jährigen Buben namens Richie, der ein äusserst
spannendes und aussergewöhnliches Abenteuer erlebt. Gleichzeitig führt der
Roman unterhaltsam in die grundlegenden Gedanken der
Wertschätzungsgesellschaft ein.
Ein
gelungenes Beispiel für das Zusammenspiel von Vergnügen und Information!
Alle
Informationen über Publikation und weiteres sind auf dieser Website zu
finden!
