Tag Archives: alternative money system

Alternative money system: Time Banking and Time Exchange / Alternative Geldsysteme: Time Banking und Zeittausch

A society of esteem gives the same esteem toward each profession.  Esteem isn’t something which can be given in different measures.  In order to function the society needs all kind of professions and therefore acknowledges all of them equally.

In our society we have two financial movements which come quite close to this idea of the society of esteem.

One of them is the Time Banking.  The idea is that for each hour you spend doing something in your community you earn one Time Dollar which goes into the Time Bank.  Your Time Dollars you can be spent on having someone do something for you.

According to the people who live Time Banking it’s a life changing experience.  People feel connected to each other and honestly acknowledged.

The other movement is similar but excludes the concept of money totally.  Its name is “Zeittausch” (Time exchange) and exists in some communities in Europe (website only in German).

The idea is similar to that of Time Banking except that the value of work is exchanged without counting the hours.  People just do their normal work, whether a baker or a physician, and exchange the fruits of their work mutually without paying for it.

Both systems try to organize a life without money and find that their concept creates a better quality of life .

The basic thought behind both of these ideas and most of all behind the idea of a society of esteem is that all professions are valued with the same esteem.  A society of esteem even goes one step further.  In the society of esteem, all people participate, not just a select few.  Nobody feels cheated by others because everybody fulfills his talents through his work and gets the same esteem as all the others.  A society like that can easily support people who can’t work or can’t work fully.

When this state of mind is achieved there is really no longer a need for money.

——————————————————————————————————————–

Eine Wertschätzungsgesellschaft gibt jedem Beruf Wertschätzung. Wertschätzung kann nicht auf verschiedene Weise gegeben werden. Damit eine Gesellschaft funktionieren kann, benötigt sie alle Arten von Berufen und wertschätzt diese demnach alle gleichermassen.

In unserer Gesellschaft finden wir zwei finanzielle Bewegungen, die der Idee der Wertschätzungsgesellschaft ziemlich nahe kommen.

Eine davon ist das Time Banking. Die Idee hier ist, dass für jede Stunde, die eine Person für die Gemeinschaft arbeitet, ein Time Dollar gegeben wird, der auf die Time Bank eingezahlt wird. Diese Zeit Dollars können die Menschen ausgeben, indem sie jemandes Arbeit für sich in Anspruch nehmen. Die Leute, die das Time Banking leben, beschreiben dieses Geldsystem als lebensverändernd. Die Leute fühlen sich miteinander verbunden und fühlen sich ehrlich wertgeschätzt.

Die andere Bewegung ist ähnlich, schliesst jedoch jedes Konzept von Geld aus. Ihr Name ist Zeittausch und kommt in einigen Gemeinschaften in Europa vor.

Die Idee ist der Idee der Time Banking ähnlich, ausser dass der Arbeitswert ausgetauscht wird ohne die Stunden zu zählen. Die Menschen verrichten ihre normale Arbeit, ob Bäcker oder Arzt, und tauschen die Ergebnisse ihrer Arbeit gegenseitig aus, ohne dafür zu bezahlen.

Beide Systeme versuchen ein Leben ohne Geld zu ermöglichen und finden heraus, dass ihr Konzept eine bessere Lebensqualität erschafft.

Der fundamentale Gedanke hinter beiden Ideen und vor allem hinter der Idee der Wertschätzungsgesellschaft ist, dass alle Berufe die gleiche Wertschätzung erhalten.

Eine Wertschätzungsgesellschaft geht einen Schritt weiter. In der Wertschätzungsgesellschaft sind alle Menschen mit eingeschlossen, nicht nur einige ausgewählte. Niemand fühlt sich betrogen durch die anderen, denn alle leben ihre Talente durch ihre Arbeit und erhalten die gleiche Wertschätzung wie alle anderen. Eine solche Gesellschaft kann problemlos jene Menschen unterstützen, die die nicht oder nicht voll arbeiten können.

Wenn dieser Bewusstseinzustand erreicht ist, braucht es wirklich kein Geld mehr.

Alternative money system: Living without money / Alternatives Geldsystem: Leben ohne Geld

Living without money in our society seems to be an impossibility.  But there are in fact some people who live without money.

As you might imagine, anyone who lives without money in modern society lives a very special life.

Daniel Suelo lives in a cave in the desert near Moab, Utah.  His life is defined by what nature gives to him freely – and what people give to him voluntarily.

His philosophy speaks for others trying to live without money in our society:  “freely give, freely receive.”  He calls it the Gift Economy.

As long as a society is based on the hierarchy of values people need a standard to measure the value that is money in our society.  Living without money seems to be impossible in a world dominated by technology.

A society of esteem also works without money, but the citizens don’t have to live in caves.  In a society of esteem all citizens are wealthy.

Living without money and being wealthy at the same time only works when a society is based on mutual esteem instead of a hierarchy of values.  Living without money works when there is no need for measuring values because every single person and every single job gets the same esteem, the same value.

When the exchange of goods, products and work is based on mutual esteem for all of them there is no longer a need for money.

——————————————————————————————————————-

Ohne Geld zu leben, scheint in unserer Gesellschaft unmöglich zu sein. Tatsächlich gibt es aber Menschen, die ohne Geld leben.

Wie wir es uns denken können, jede Person, die unserer Gesellschaft ohne Geld lebt, führt ein sehr spezielles Leben.

Daniel Suelo lebt in einer Höhle in der Wüste nahe zu Moab, Utah. Sein Leben definiert sich dadurch, was ihm Natur frei gibt – und was Menschen ihm freiwillig geben.

Seine Philosophie, die er allen gibt, die ohne Geld in unserer Gesellschaft leben wollen: Gib freigebig und empfange freigebig”. Er nennt das die Geschenkwirtschaft.

Solange eine Gesellschaft auf der Hierarchie der Werte beruht, brauchen die Menschen einen Massstab, mit dem sie Wert messen können, dieser Massstab ist in unserer Gesellschaft das Geld. Ohne Geld zu leben scheint in einer durch Technologie dominierten Welt unmöglich.

Eine Wertschätzungsgesellschaft existiert ohne Geld, aber deren Bürger und Bürgerinnen müssen nicht in Höhlen leben. In einer Wertschätzungsgesellschaft sind alle Bewohner wohlhabend.

Ohne Geld zu leben und gleichzeitig wohlhabend zu sein funktioniert nur in einer Gesellschaft, die auf gegenseitiger Wertschätzung basiert anstatt auf der Hierarchie der Werte. Ohne Geld zu leben, funktioniert, wenn die Menschen es nicht nötig haben, Werte zu messen, denn jede einzelne Person und jeder einzelne Beruf erhalten die gleiche Wertschätzung, den gleichen Wert.

Wenn der Austausch von Gütern, Produkten und Arbeit auf gegenseitiger Wertschätzung für alle basiert, braucht es kein Geld mehr.

Alternative money system: Transfinancial Economics / Alternatives Geldsystem: Transfinanzielle Wirtschaftslehre

British philosopher Robert Searle has developed something he calls “Transfinancial Economics” TFE.  Although it’s still in formative stages, the basic idea is an alternative money system based on the principles of a non-debt economy.  Under TFE, the economy would be free of taxation and interest on credit.

The system dispenses with cash, opting instead for electronic transmissions of money throughout the economy.  To realize his idea, taxing authorities would need to be replaced with an “inflation authority” which controls the economy by deciding who can receive system credits, and in what amount.

A society of esteem works without money at all.  When there is no money involved in the economy there is no need for money servicing institutions or authorities.  The economy in a society of esteem is based on esteem which is given to every single citizen.  Money, on the other hand, represents value and supports the hierarchy of values what leads every alternative money system into old patterns of social injustice.

—————————————————————————————————————————-

Der britische Philosoph Robert Searle hat die sogenannte Transfinanzielle Wirtschaftslehre TFE entworfen. Obwohl erst in Ausbildung ist die fundamentale Idee ein alternatives Geldsystem, das auf den Prinzipien einer schuldenfreien Wirtschaft gründet. Mit der TFE würde die Wirtschaft steuerfrei und zinsfrei auf Kreditaufnahmen sein.

Das System verzichtet auf Bargeld und setzt sich stattdessen für elektronische Geldüberweisungen in der gesamten Wirtschaft ein. Um diese Idee umzusetzen, müssten Steuerautoritäten ersetzt werden durch Inflationsautoritäten, die die Wirtschaft kontrollieren, indem sie entscheiden, wer Systemkredit erhalten darf und in welchem Ausmass.

Eine Wertschätzungsgesellschaft funktioniert ohne Geld. Wenn es in der Wirtschaft kein Geld gibt, braucht es keine dem Geld dienenden Institutionen oder Autoritäten. Die Wirtschaft in einer Wertschätzungsgesellschaft basiert auf Wertschätzung, die jedem einzelnen Bürger gegeben wird. Geld hingegen repräsentiert Wert und unterstützt die Hierarchie der Werte, die jedes alternative Geldsystem in alte Muster sozialer Ungerechtigkeit führt.

Alternative money system: WIR as complementary currency / Alternatives Geldsystem: WIR als ergänzende Währung

WIR is an independent complementary currency system in Switzerland founded in 1934 by Swiss businessmen as a result of currency shortages after the stock market crash of 1929.  It works as a Swiss local currency for business to business transactions based on mutual credit.  WIR money only exists as a bookkeeping system, there are no interest charges on it.

The name WIR is an abbreviation of Wirtschaftsring (Economic Circle) and at the same time the word for “we” in German.  Both meanings remind us that the WIR circle is a community because the WIR money serves only small and medium sized businesses.

About 600,000 Swiss businesses still accept WIR as money.  It was retained to keep the buying power of the members inside the community.  This also points out the problem with this alternative money system:  Getting payed in WIR money means that people can only spend this money in the strict circle of the member businesses.

A society of esteem wouldn’t create its own system inside the social system.  For a society of esteem it’s important that all working power and all kinds of talents are focused for the good of all.

————————————————————————————————————————–

WIR ist ein unabhängiges ergänzendes Geldwährungssystem, das in der Schweiz 1934 durch Schweizer Geschäftsleute gegründet worden war, damals als nach dem Börsencrash von 1929 Geldmangel herrschte. Es funktioniert als Schweizerische regionale Währung für Überweisungen von Geschäft zu Geschäft und basiert auf gegenseitigem Kredit. WIR Geld existiert einzig als Buchhaltungssystem, es gibt keine Zinsbelastungen.

Die Bezeichnung WIR ist eine Abkürzung von Wirtschaftsring und gleichzeitig das deutsche Wort “Wir”. Beides erinnert daran, dass der WIR Kreis eine Gemeinschaft ist. Denn das WIR Geld dient nur kleinen und mittleren Geschäften.

Über 600´000 Schweizer Geschäfte akzeptieren WIR als Geld. Es wird zurückgehalten, um die Kaufkraft der Mitglieder in der Gemeinschaft aufrechtzuerhalten. Eben dies zeigt das Problem dieses alternativen Geldsystems auf. Wenn Menschen mit WIR bezahlt werden, können sie dieses Geld nur im engen Zirkel der daran teilnehmenden Geschäfte ausgeben.

Eine Wertschätzungsgesellschaft würde nicht sein eigenes System innerhalb des gesellschaftlichen Systems erschaffen. Für eine Wertschätzungsgesellschaft ist es wichtig, dass die Arbeitskraft und alle Arten von Talenten auf das Wohle aller ausgerichtet sind.

Alternative money system: No Negative Money / Alternatives Geldsystem: Kein negatives Geld

“Negative Money” is not an ethical judgement, but rather the money system of interest and debt.  The movement “No Negative Money” has as its intention to eliminate poverty by making it impossible to hoard money and therefore to become rich.

The basic idea behind “No Negative Money” is that money can’t be stored away in banks in order to be used in later years.  The whole stream of money would only run on cash.  Each year new currency notes would be produced with the printed year for which they are valuable.  People would be forced to spend their money before the end of each year because the old money wouldn’t be valuable in the new year.

The disadvantages are obvious.

People would be forced to buy useless items just for the sake of spending their old money.  Debts still can be created by just transferring overspending from one year to the other.  Poverty wouldn’t be defeated – but at the worst enhanced.

A society of esteem works without money at all.  All citizens work for the good of all –  seemingly for free because they don’t get paid.  But at the same time they can enjoy the efforts of others through the valuation of mutual esteem.

Having products such as food or cars in a society without money could lead to hoarding.  In a society of esteem this doesn’t happen because the motivation for hoarding – searching for esteem – is not present.  People living in a society of esteem get esteem just for their being here and for their very own talent they give as a contribution for the good of all.

Wealth is a theme in a society of esteem for other reasons.  Wealth is attainable for all citizens of a society of esteem – just for living and not for attracting esteem.

————————————————————————————————————————-

“Negatives Geld” ist kein ethisches Urteil, sondern vielmehr ein Geldsystem von Zinsen und Schulden. Die Bewegung “Kein negatives Geld” will Armut abschaffen, indem es verunmöglicht wird, Geld zu horten und so reich zu werden.

Die fundamentale Idee hinter “Kein negatives Geld” ist, dass Geld in Banken nicht auf die Seite gelegt werden kann für den Gebrauch in späteren Jahren. Der gesamte Geldstrom würde über Bargeld laufen. Jedes Jahr würden neue Geldnoten gedruckt werden mit dem Aufdruck der Jahreszahl, für welche es gültig wäre. Menschen würden gezwungen, ihr gesamtes Geld vor Jahresende auszugeben, denn das Geld des vorhergehenden Jahres würde im neuen Jahr ungültig sein.

Die Nachteile sind eindeutig.

Menschen würden dazu gezwungen werden, nutzlose Dinge zu kaufen, nur um ihr altes Geld auszugeben. Schulden könnten weiterhin gemacht werden, einfach indem übermässige Ausgaben von einem Jahr auf das nächste übertragen werden. Armut würde nicht abgeschafft, sondern im schlimmsten Fall verstärkt werden.

Eine Wertschätzungsgesellschaft funktioniert ohne Geld. Alle Bürger und Bürgerinnen arbeiten zum Wohle aller – scheinbar gratis, weil sie nicht bezahlt werden. Gleichzeitig können sie die Leistungen der anderen geniessen dank der Würdigung gegenseitiger Wertschätzung.

Eine Gesellschaft ohne Geld kann das Horten von Produkten wie zum Beispiel Lebensmittel und Autos fördern. In einer Wertschätzungsgesellschaft geschieht dies nicht, denn die Motivation zum Horten – die Suche nach Wertschätzung – ist nicht vorhanden. Menschen, die in einer Wertschätzungsgesellschaft leben, erhalten Wertschätzung für ihr Dasein und für ihre eigenständigen Talente, die sie zum Wohle aller einsetzen.

Wohlstand wird in einer Wertschätzungsgesellschaft unterschiedlich betrachtet. Wohlstand erreichen alle Menschen in einer Wertschätzungsgesellschaft – einfach für ihr Dasein und nicht weil sie damit Wertschätzung anlocken müssen.