Category Archives: Economy

Is there competition in a Society of Esteem? / Gibt es Wettbewerb in einer Wertschätzungsgesellschaft?

esteem

This question has two answers: no and yes.

No, there is no competition in a Society of Esteem. Competition bases on comparisons among people. According to the idea of a Society of Esteem comparing each other is a futile act because there is no real base on which a comparison could happen.

Every single person is unique with unique talents, unique life experiences and unique personal development. On which level could a comparison be possible? There is no other common level between people than the esteem that everybody deserves to the same extent.

And yes, there is competition in a Society of Esteem. It is the inner competition. Receiving esteem just for being here with our unique talents and personalities creates an atmosphere in which we want to grow.

This ambiance allows competition which we give ourselves in order to learn more, to be better in what we do the best. This kind of competition is not about being better than somebody else but about being better in what we want to do, in what we see as our talent and vocation.

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Diese Frage hat zwei Antworten: nein und ja.

Nein, es gibt keinen Wettbewerb in einer Wertschätzungsgesellschaft. Wettbewerb basiert auf Vergleichen unter den Menschen. Gemäss den Ideen einer Wertschätzungsgesellschaft ist das Vergleichen untereinander eine nutzlose Handlung, denn es gibt kein echtes Fundament, auf welchem Vergleiche geschehen können.

Jeder Mensch ist einzigartig mit einzigartigen Talenten, einzigartigen Lebenserfahrungen und einzigartiger persönlicher Entwicklung. Auf welcher Ebene sollte ein Vergleich möglich sein? Es gibt keine andere gemeinsame Ebene als die Wertschätzung, die jede Person gleichermassen verdient.

Und ja, es gibt einen Wettbewerb in einer Wertschätzungsgesellschaft. Den inneren Wettbewerb. Wenn Menschen Wertschätzung erhalten einfach fürs Hiersein mit ihren einzigartigen Talenten und Persönlichkeiten, dann wird Raum geschaffen, in welchem wir wachsen wollen.

Diese Situation erlaubt Wettbewerb, die wir uns selber geben, damit wir mehr lernen, damit wir darin besser werden, was wir gerne tun. Diese Art Wettbewerb handelt nicht davon, besser zu werden als jemand anderer, sondern davon darin besser zu werden, was wir tun, worin wir unser Talent und unsere Berufung sehen.

Society of Esteem is more than a Big Society / Wertschätzungsgesellschaft ist mehr als eine Big Society

According to Wikipedia “the Big Society is the flagship policy idea of the 2010 Conservative Party general election manifesto and forms part of the legislative program of the Conservative – Liberal Democrat Coalition Agreement. The aim is “to create a climate that empowers local people and communities, building a big society that will ‘take power away from politicians and give it to people’.”

esteem for everybodyIt might be an impressive attempt to reframe the role of government and unleash entrepreneurial spirit. The idea to create a voluntary system for the relief of poverty might meet the need of some kind of effort to get hold of a strong sense of civic responsibility. It still isn’t taking away the experience of social differences.

The Society of Esteem is based on esteem for everybody. Alone this basic thought creates voluntary activities as wished by the Big Society but it feeds from a lasting esteem creating justice. As long as people can do what they can do the best and they get esteem for it as well as a safe life in society there is no need for empowering communities. The Society of Esteem works through and with people giving all their power and talents to the society.

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Gemäss Wikipedia bezeichnet die “Big Society” ein gesellschaftspolitisches Programm, entstanden im 2010 Wahlkampf in Grossbritannien als Übereinkommen der Konservativ-Liberaldemokratischen Koalition. Das Ziel ist, ein Klima zu erzeugen, dass Bürger und Gemeinschaften befähigt, eine grosse Gesellschaft aufzubauen, die die Macht von den Politikern auf die Bürger überträgt.

Dies kann ein interessanter Versuch sein, die Rolle der Regierung neu auszurichten und unternehmerischen Geist von der Leine zu lassen. Die Idee, ein Freiwilligensystem zu entwickeln, um Armut zu bekämpfen, mag das Bedürfnis befriedigen, einen starken Sinn für bürgerliche Verantwortung in den Griff zu bekommen. Sie kann indes die Erfahrung von gesellschaftlichen Unterschieden nicht auflösen.

Die Wertschätzungsgesellschaft basiert auf Wertschätzung für alle. Allein dieses Fundament erzeugt freiwillige Handlungen, wie sie von der Big Society erwünscht werden, aber es entstammt aus einer immerwährenden Wertschätzung, die Gerechtigkeit erzeugt.

Solange Menschen das tun können, was sie am besten tun können und Wertschätzung dafür erhalten sowie ein sicheres Leben in der Gesellschaft, braucht es keine mit Macht ausgestattete Gemeinschaften. Die Wertschätzungsgesellschaft funktioniert dank und mit den Menschen, die ihre gesamte Macht und ihre Talente der Gesellschaft geben.

Healthy economy in a Society of Esteem / Gesunde Wirtschaft in einer Wertschätzungsgesellschaft

A healthy economy serves predominantly the people. Many thoughts about how a healthy economy should look like are already made. I found recently a contribution of Erich Fromm, psychoanalyst and committed and insightful social theorist. In his book “To Have or To Be” he listed 6 points describing a healthy economy. These are his thoughts:

  1. Production has to serve the fulfillment of people’s true needs and not the requirements of the economy.
  2. The relation of exploitation of nature by men is substituted with a relation of cooperation between men and nature.
  3. Mutual antagonism between people is replaced by solidarity.
  4. Uppermost aims of the social arrangement are human well-being and the prevention of human harm.
  5. Maximal consumption is substituted with reasonable consumption (consumption for the good of all).
  6. Each person is motivated to actively participate in social life.

A society of esteem encourages each of these points in order to create a healthy and wealthy economy.

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Eine gesunde Wirtschaft dient vornehmlich den Menschen. Viele Gedanken, wie eine gesunde Wirtschaft aussehen soll, wurden schon gemacht. Ich habe kürzlich einen Beitrag gefunden von Erich Fromm, Psychoanalyst und engagierter kenntnisreicher Gesellschaftstheoretiker. In seinem Buch “Haben oder Sein” führt er 6 Punkte auf, die eine gesunde Wirtschaft beschreiben. Dies sind seine Gedanken:

  1. Die Produktion muss der Erfüllung der wahren menschlichen Bedürfnisse dienen und nicht den Anforderungen der Wirtschaft.
  2. Der Tatbestand der Ausbeutung der Natur wird ersetzt durch den Tatbestand der Zusammenarbeit zwischen Menschen und Natur.
  3. Gegenseitige Feindseligkeit zwischen Menschen wird ersetzt durch Solidarität.
  4. Die höchsten Ziele des Gesellschaftsabkommens sind menschliches Wohlbefinden und das Verhindern menschlichen Schadens.
  5. Maximaler Konsum wird ersetzt durch verantwortungsbewusstem Konsum (Konsum zum Besten aller).
  6. Jede Person wird aktiv motiviert, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Eine Wertschätzungsgesellschaft unterstützt jeden einzelnen dieser Punkte, womit eine gesunde und wohlhabende Wirtschaft erschafft werden kann.

Copyrights in a society of esteem? / Urheberrecht in einer Wertschätzungsgesellschaft?

In a society where esteem replaces competition, where esteem replaces the hierarchy of values there is no need for copyrights.

Having copyrights is needed where our reputation depends on our possessions.  Innovations or art works need to be protected by copyright because their possession guarantees us a good life and most of all money, the most important sign of esteem in our society. We need to prove that a certain work is ours to benefit of it.

In a society of esteem we don’t need any copyright anymore. Esteem is given to everybody for whatever kind of work we do. We can feel free to give our talent to the good for all freely and fearlessly because we receive esteem for our work.  A society of esteem acknowledges any innovation, any idea or art work and gives esteem freely to the creators.

There are indeed some first moves in this direction even in our society. The essay “File-Sharing and Copyright” of Felix Oberholzer-Gee discusses the need or not-need of copyrights arguing that file-sharing technology has not undermined the incentives of artists and entertainment companies to create, market, and distribute new works.

These are first steps toward a society of esteem being free of copyrights. People will share their knowledge freely.

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In einer Gesellschaft, wo Wettbewerb durch Wertschätzung ersetzt wird, wo Wertschätzung die Hierarchie der Werte ersetzt, braucht kein Urheberrecht.

Urheberrecht wird dort benötigt, wo unser Ruf von unseren Besitztümern abhängt. Erfindungen und Kunstwerke müssen mit dem Urheberrecht beschützt werden, denn deren Besitz garantiert uns ein gutes Leben und vor allem Geld, das wichtigste Zeichen für Wertschätzung in unserer Gesellschaft. Wir müssen beweisen, dass eine bestimmte Arbeit uns gehört, um davon zu profitieren.

In einer Wertschätzungsgesellschaft benötigen wir kein Urheberrecht. Wertschätzung wird allen gegeben für welche Arbeit auch immer sie tun. Wir können uns frei fühlen, unser Talent frei und furchtlos zum Besten aller geben, denn wir erhalten Wertschätzung für unsere Arbeit.

Eine Wertschätzungsgesellschaft anerkennt jede Erfindung,, jede Idee oder Kunstwerk und gibt Wertschätzung jenen, die sie erschaffen.

Tatsächlich gibt es erste Bewegungen in diese Richtung in unserer Gesellschaft. Die Abhandlung File-Sharing and Copyright von Felix Oberholzer-Gee diskutiert den Bedarf oder Nichtbedarf an Urheberrecht, indem er darüber spricht, dass ein Teilen von technologischem Wissen die Motivation von Künstlern und Kunstunternehmen, neue Werke zu erschaffen und zu verteilen, nicht geschwächt hat.

Dies sind erste Schritte auf eine Wertschätzungsgesellschaft zu, die frei ist von Urheberrecht. Menschen werden ihr Wissen frei und willig miteinander teilen.

Society of Esteem as ideal life / Wertschätzungsgesellschaft als ideales Leben

How does ideal life look like?  When we ask ourselves this question we might find a lot of answers leading us eventually to the final answer of being happy and fulfilled.  The ideal life looks like a fulfilled and happy life.  As working persons we can create a fulfilled life when we do what we like and at what we are good.  Work we love fulfills us and makes us grow and develop further.

A society of esteem gives people the opportunity to do the work they love and are good at.  When the “wage” for the work is esteem and not money, and when this esteem is given to everybody in the same amount we have no reason anymore to choose a job we don’t like but through which we make enough money.  A society of esteem is based on esteem and makes its citizen work with great pleasure and success.  This is the first and ultimate step toward an ideal life.

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Wie sieht ein ideales Leben aus? Wenn wir uns dies fragen, mögen wir eine Menge Antworten finden, die uns schliesslich zur endgültigen Antwort führt, dass es uns glücklich und erfüllt macht. Das ideale Leben sieht wie ein glückliches und erfülltes Leben aus.

Als arbeitende Menschen können wir ein erfülltes Leben erschaffen, wenn wir lieben, was wir tun und worin wir gut sind. Wenn wir unsere Arbeit lieben, fühlen wir uns erfüllt, und das lässt uns wachsen und uns weiter entwickeln.

Eine Wertschätzungsgesellschaft gibt Menschen die Möglichkeit, diejenige Arbeit zu tun, die sie lieben und worin sie gut sind. Wenn der Lohn für die Arbeit Wertschätzung ist und nicht Geld, und wenn diese Wertschätzung gleichermassen allen gegeben wird, gibt es keinen Grund mehr, eine Arbeit zu wählen, die wir nicht lieben, die uns stattdessen genug Geld gibt.

Eine Wertschätzungsgesellschaft beruht auf Wertschätzung und erlaubt seinen Bürgern und Bürgerinnen, mit Freude und Erfolg zu arbeiten. Das ist der erste und endgültige Schritt azu einem idealem Leben.